Gebäudeenergiegesetz GEG 2020


Welche Anforderungen gibt es beim Neubau?


Der Neubau nimmt im Gesetz den größten Teil ein. Das GEG zielt darauf ab, die Auswirkungen des Neubau-Energiebedarfs zum Heizen und zur Warmwasserbereitung auf die Umwelt zu begrenzen. Um diese Auswirkungen zu beurteilen, ist die Primärenergie zu berechnen, die ein Neubau brauchen darf. 

Um den zulässigen Bedarf an Primärenergie zu berechnen, betrachten Sie die Energie, die das Gebäude benötigt. Entscheidend sind dabei die verwendeten Energieträger, die jeweils mit einem spezifischen "Primärenergiefaktor" multipliziert werden. Holzpellets haben einen besonders günstigen Primärenergiefaktor, Erdgas liegt hier im Mittelfeld und Elektrizität aus dem Netz schneidet eher schlecht ab. Fernwärme wird je nach Standort unterschiedlich bewertet, sie kann eine recht klimafreundliche Option sein. Zusätzlich ist vorgeschrieben, einen Teil der Energieversorgung des Gebäudes über erneuerbare Energien zu decken.


Welche Gebäude sind vom GEG betroffen?

In der Bundesrepublik Deutschland gilt die Verordnung für:

  • Gebäude, die als Wohngebäude genutzt werden. Für Gebäude mit Innentemperaturen von 19 Grad Celsius und die im Jahr mehr als vier Monate geheizt werden.
  • Gebäude mit Niedriginnentemperaturen (mehr als 12 Grad Celsius und unter 19 Grad Celsius) und die im Jahr mehr als vier Monate geheizt werden. Einbezogen werden ebenfalls Heizungs-, Raumluftanlagen und Anlagen, die zur Trinkwarmwasserbereitung dienen.

Differenzierungen im Geltungsbereich der Anforderungen an Neubauten oder bestehenden Gebäuden oder Anforderungen, die für beide Bereiche zählen, werden in folgenden Regelungen getroffen:

  • Gebäude in betrieblicher Nutzung, die zum Großteil der Tierhaltung dienen,
  • unter Denkmalschutz stehende Gebäude,
  • Betriebsgebäude mit großen Flächen, die über längere Zeit offen sein müssen,
  • Bauwerke, die unterirdisch angelegt sind,
  • Räume, die der Pflanzenzucht dienen, wie beispielsweise Gewächshäuser,
  • Zelte und ähnliche Gebäude; Gebäude, die wiederholt auf- und abgebaut werden können.

Welche Pflichten gibt es bei Erneuerung und Modernisierung?


Viel häufiger als Neubauten kommen Bestandsgebäude vor, die den bundesweiten Energiebedarf daher über eine lange Zeit stärker bestimmen. Für Bestandsgebäude bestehen einige Austausch- und Nachrüstpflichten, die Sie als Eigentümer grundsätzlich zu einem bestimmten Termin erfüllen müssen. Daneben gibt es so genannte "bedingte Anforderungen", die Sie nur beachten müssen, wenn Sie das Gebäude ohnehin modernisieren.

Austausch- und Nachrüstverpflichtungen

Für alle Mehrfamilienhäuser gelten bestimmte Austausch- und Nachrüstverpflichtungen, unabhängig von einer geplanten Sanierung. Ein- und Zweifamilien-Häuser sind davon ausgenommen, wenn Sie als Eigentümer bereits seit Februar 2002 selbst im Gebäude wohnen. Wenn Sie ein Ein- oder Zweifamilien-Haus kaufen, müssen Sie diese Pflichten innerhalb von 2 Jahren erfüllen.

  • Bestimmte Heizkessel müssen ausgetauscht werden. Dies betrifft Öl- und Gas-Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind und eine übliche Größe haben (4-400 kW Heizleistung). Die Austauschpflicht gilt jedoch nicht für Brennwert- und Niedertemperatur-Kessel. Welcher Kesseltyp es ist, teilt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger mit. Er muss regelmäßig eine so genannte „Feuerstättenschau“ vor Ort durchführen.
  • Neue Heizungs- und Warmwasserrohre in unbeheizten Räumen müssen gedämmt werden.
  • Oberste Geschossdecken zu unbeheizten Dachräumen mussten bereits bis Ende 2015 nachträglich gedämmt werden, wenn sie keinen so genannten "Mindestwärmeschutz" (i.d.R. 4 Zentimeter Wärmedämmung) aufweisen. Bei Holzbalkendecken genügt es, die Hohlräume mit Dämmstoff zu füllen. Die Dämmpflicht gilt für alle zugänglichen obersten Geschossdecken, unabhängig davon, ob sie begehbar sind oder nicht ‒ also zum Beispiel auch für Spitzböden und für nicht ausgebaute Aufenthalts- oder Trockenräume. Alternativ dazu kann auch das darüberliegende Dach mindestens entsprechend gedämmt sein. Diese Pflicht zum Dämmen gilt jedoch nicht, wenn sie als Besitzer eines Ein- oder Zweifamilienhauses bereits seit Februar 2002, dem Zeitpunkt an welchem die EnEV gültig wurde, selbst im Gebäude wohnen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt aber trotzdem, diese Verbesserungsmaßnahmen durchzuführen.

Anforderungen bei einer freiwilligen Modernisierung


Wenn Sie Bauteile verändern oder modernisieren möchten, gibt das GEG Mindeststandards vor, die Sie durch die bauliche Veränderung erreichen müssen. Das trifft beispielsweise zu, wenn der Putz einer Fassade erneuert wird oder Sie die Fenster austauschen. Soll das Haus nur neu gestrichen werden, greift das GEG jedoch nicht. Trotzdem ist es auch dann sinnvoll, die Malerarbeiten mit einer Dämmung der Fassade zu verknüpfen. Denn ein Gerüst wird ohnehin aufgestellt.

Bei der Erneuerung von Bestandsbauten gibt es 2 Möglichkeiten, die GEG-Anforderungen zu erfüllen.

  • Erfolgen nur einzelne Sanierungsmaßnahmen (zum Beispiel wird die Fassade gedämmt) oder werden lediglich Bauteile erneuert (etwa Fenster ausgetauscht), gibt das GEG bestimmte Anforderungswerte an den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) des Bauteils vor.
  • Bei umfassenden Modernisierungen wird ‒ vergleichbar mit einem Neubau ‒ eine energetische Gesamtbilanzierung durchgeführt.

Beim Primärenergieverfahren darf der Bedarf an Primärenergie des sanierten Gebäudes höher bleiben als der eines entsprechenden Neubaus. Maximal sind ungefähr 85 Prozent mehr erlaubt.

Diese Werte müssen Sie bei Außenbauteilen einhalten

Die folgende Tabelle zeigt die Anforderungen des GEG für die Änderung von Außenbauteilen bei bestehenden Gebäuden sowie Orientierungswerte für deren Umsetzung.

Bauteile geforderter U-Wert

Orientierungswerte für mögliche Maßnahmen

Außenwand

0,24

Dämmung mit

12 bis 16 cm
Fenster

Achtung: Maßgeblich ist der U-Wert des gesamten Fensters, der als Uw-Wert bezeichnet wird.

1,30

Zweischeiben-Wärmeschutz-Verglasung
Dachflächenfenster

1,40

Zweischeiben-Wärmeschutz-Verglasung
Verglasungen

für Sonderverglasungen wie z.B. Schallschutzverglasungen gelten andere Werte

1,10

Zweischeiben-Wärmeschutz-Verglasung
Dachschrägen, Steildächer

0,24

Dämmung mit

14 bis 18 cm
Oberste Geschossdecken

0,24

Dämmung mit

14 bis 18 cm
Flachdächer

0,20

Dämmung mit

16 bis 20 cm
Wände und Decken gegen unbeheizten Keller, Bodenplatte

0,30

Dämmung mit

10 bis 14 cm
Decken gegen unbeheizten Keller, Bodenplatte

(wenn der Aufbau bzw. die Erneuerung des Fußbodens auf der beheizten Seite erfolgt)

0,50

Dämmung mit

4 bis 5 cm
Decken, die nach unten an Außenluft grenzen

0,24

Dämmung mit

14 bis 18 cm

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